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Don Carlos-Plakat

Don Carlos

Theater mit Live-Musik

Das Stück

"Don Carlos" von Friedrich Schiller, das große Drama der deutschen Klassik – ein Drama das wieder in unsere Zeit gehört.

Willkürliche Verstöße gegen das Völkerrecht und brutale Missachtung der Menschenrechte versetzen uns wieder einmal in eine Welt, die auf dem Kopf zu stehen scheint.

Charismatische und kraftvoll eingreifende Leitfiguren sind als Retter einer demokratischen werteorientierten Ordnung kaum auszumachen.

Ein Zustand, an dem Marquis Posa und sein Freund Don Carlos auch scheitern mussten, weil eine autokratische Staatsführung und eine dogmatische religiöse Ideologie die Entwicklung und Umsetzung der humanistischen Ideen von Kant, Lessing und Schiller verhinderten.

Die Konflikte

  • Was passiert, wenn Staat und Kirche sich zu einer autoritären Alleinherrschaft verbinden, dabei die Bevölkerung unterdrücken, um Macht über Menschen und Land zu sichern – notfalls auf Leben und Tod?
  • Inquisitionszeichen
  • Was geschieht, wenn Staatsräson und Kirche sich zu einer dogmatischen Ideologie verbinden, zu einer autoritären Alleinherrschaft, in der es in erster Linie um Macht über Menschen geht, um Verteidigung des Landes, notfalls auf Leben und Tod.
    Eine Kernfrage, damals wie heute.
  • Carlos, der ungeliebte Sohn des Königs und Herrschers will eine andere Welt und den Entrechteten zu einem selbstbestimmten Leben verhelfen. Körperlich geschwächt und vom Vater entmachtet hat er aber dazu nicht die erforderliche Kraft.
  • Auch sein Freund Posa scheitert daran, Carlos als Rebellenführer gegen den Vater zu gewinnen. Eine Intrige, die er zu diesem Zweck knüpft, endet mit seinem Selbsttod.
  • Die Ereignisse, die übermächtige Kirche und seine eigene Feigheit lassen den Herrscher einsam verzweifeln und Carlos schließlich der Willkür der Inquisition wehrlos übergeben, obwohl er am Ende die Bedeutung seines Sohnes für eine bessere Welt später erkennt.

Die Charaktere

König Philipp
König Philipp, der autokratische Herrscher, unterdrückt und knechtet abtrünnige Provinzen seines Landes im Einvernehmen mit der Kirche (Inquisition, sozusagen dem Geheimdienst der katholischen Kirche). Seine Empfindungen gegenüber seiner nächsten Umgebung sind durch das Gefühl der Unfehlbarkeit so verkümmert, dass er z. B. seinen behinderten und schwächlichen Sohn Carlos verachtet, dessen Geliebte er zu seiner Frau macht, obwohl er insgeheim eigentlich die Hofdame Eboli liebt. Am Ende versagt er einsam, irritiert und verliert alles: seinen Sohn, die Achtung seiner Frau, die heimlich Geliebte und seine Würde.

Don Carlos
Don Carlos, der ungeliebte Sohn wird vom König nicht wertgeschätzt, weil er wegen seiner körperlichen Einschränkung nicht dessen Mannesbild entspricht. Carlos scheitert aus Enttäuschung, Missachtung des Vaters und seiner allgemeinen Schwäche an der Aufgabe, gegen den königlichen Vater die Interessen der rebellierenden Unterdrückten zu vertreten und für sie zu kämpfen. Er verliert seine Geliebte und damit gleichzeitig seine Stiefmutter, die Anerkennung des Vaters, seinen verehrten Freund Posa und schließlich sich selbst.

Marquis Posa
Marquis Posa bleibt erfolglos darin, seinen Freund Carlos zum Widerstand gegen den Vater und für die Befreiung der unterdrückten Provinzen zu gewinnen. Er nimmt sich am Ende in auswegloser Verstrickung und Intrigen das Leben. Er ist der Entwurf eines charismatischen Helden für eine gerechte und humane Welt. Eine Leitfigur, die jede von Krieg und Krisen geschüttelte Zeit bräuchte, die aber hoffnungslos an den übermächtigen Machthabern scheitert.

Die Königin
Die Königin, die Stiefmutter und einst Geliebte von Carlos muss auf ihre Jugendliebe verzichten und sich mit ihrer einflusslosen Frauenrolle als Gattin des überheblichen Alleinherrschers abfinden. Sie ist eine souveräne und erhabene, aber sehr kritische Beobachterin aller Maßnahmen des Königs. Aber sie hat nicht die Kraft und das Selbstbewusstsein, die von ihr erkannten und auch angesprochenen Ungerechtigkeiten zu beenden. Sie hat Verständnis und Sympathien für die Ideale von Posa und Carlos. Sie bekennt sich zu der vergangenen Liebe zu Carlos, bleibt gegenüber dem König aber loyal. In allen Gesprächen immer eine aufmerksame Zuhörerin, kritisch, aber mitfühlend und gerecht.

Herzog Alba
Herzog Alba ist der unterwürfige, aber hinterhältige und skrupellose Statthalter des Königs und Vasall der Inquisition. Er beobachtet süffisant das Scheitern des Königshauses, in der Gewissheit, die Revolte der Unterdrückten bereits in ihren Anfängen ersticken zu können und dadurch dem König und der Kirche weiterhin die Macht zu sichern.

Madam Eboli
Madam Eboli ist eine gegenüber König und Königin solidarische Hofdame. Sie wird vom König heimlich begehrt, liebt aber Carlos, ohne es ihm zu sagen. Nur zaghaft versucht sie, es ihm zu vermitteln. Sie sieht das Machtgehabe des Hofes und die nationalistischen Besitzansprüche sehr kritisch, ohne sich aber das Recht auf offenen Widerspruch herauszunehmen. Insgeheim steht sie aber hinter Carlos und bestärkt ihn in der Verantwortung, sich für die Grundwerte von Humanität und Gerechtigkeit einzusetzen.

Inez
Inez kümmert sich im Auftrag des Hofes um Carlos und seine Einschränkung. Sie solidarisiert sich mit Eboli, Carlos für den aktiven Erhalt der Grundwerte zu motivieren. Sie durchschaut Ebolis heimliche Liebe zu Carlos, ebenso die autoritären Handlungsmotive von König, Alba und Inquisition. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und sagt was sie denkt, ist angstfrei, pragmatisch, furchtlos bis frech, und hinterfragt alles. Die ganze höfische Gesellschaft flößt ihr weder Respekt noch Ehrfurcht ein.

Das Resümee

"Don Carlos" von Friedrich Schiller, scheinbar ein Drama des Scheiterns, aber auch eine Warnung darüber, was geschieht, wenn es nicht Menschen gibt, die den unbedingten Willen entwickeln, sich für die Grundwerte von Humanität und Freiheit zur Wehr zu setzen.

Eine Warnung, die heute genauso wichtig ist wie damals!



Bundesverdienstkreuz für Gunter Hagelberg

Unserem Autor, Regisseur und 2. Vorsitzenden Gunter Hagelberg wurde vom Bundespräsidenten das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (Bundesverdienstkreuz) verliehen.
Die Überreichung der Auszeichnung erfolgte durch den Ministerpräsidenten Daniel Günther am
13. März 2018 in Kiel.

Gunter Hagelberg

Im Programmheft zur Verleihungsfeier werden Gunter Hagelbergs Verdienste wie folgt gewürdigt:

Gunter Hagelberg engagiert sich seit 1972 für das Jugendtheater und konnte bereits mehr als 500 junge Menschen für die Theaterarbeit gewinnen. Er führt Theaterprojekte an Kieler Schulen durch und gründete 1990 den gemeinnützigen Kulturverein "junges theater spectaculum e. V."
Gunter Hagelberg ist 2. Vorsitzender, der Kopf und die treibende Kraft dieses Vereins. Ihm ist es zu verdanken, dass sich das "junge theater" im norddeutschen Raum zur einzigartigen freien Theatergruppe in dieser Größenordnung entwickelt hat. Er hat weitere Pädagogen an die Theaterarbeit als ergänzende Unterrichtsform herangeführt und leistet damit bis heute einen wichtigen Beitrag für die kulturelle Kinder- und Jugendbildung in Schleswig-Holstein.
Die Stärkung des Selbstbewusstseins und die Erweiterung des Körpergefühls der Menschen mit Behinderung sind Gunter Hagelberg ein besonderes Anliegen. 2016 hat er ein Theaterkonzept für Menschen mit Behinderung der Lebens- und Werkgemeinschaft Grebinsrade ins Leben gerufen.



Bürgerpreis für Gunter Hagelberg

Am 24. Oktober 2012 wurde unserem Autor, Regisseur und 2. Vorsitzenden Gunter Hagelberg von der Initiative "für mich. für uns. für Schleswig-Holsten." der Bürgerpreis Schleswig-Holstein in der Kategorie "Lebenswerk" verliehen.

Gunter Hagelberg

In der Pressemitteilung des "Deutschen Bürgerpreises" vom 25. Oktober 2012 wird dazu verlautbart:

Preisträger in der Kategorie "Lebenswerk": Gunter Hagelberg, Kiel

Gunter Hagelberg ist seit 1972 in der ehrenamtlichen Theaterarbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen aktiv. Er schreibt Theaterstücke für Jugendliche und Schülergruppen, die relevante Themen und Probleme der jungen Generation behandeln und kritisch beleuchten. Zudem betreut und produziert er diese Stücke bis zur Aufführung. 1990 hat Gunter Hagelberg den gemeinnützigen Kulturverein "junges theater spectaculum e. V." gegründet, dessen 2. Vorsitzender er seitdem ist.


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